Projekt Bergsommer – Element Luft

22.08.2014

Projekt Bergsommer – Element Luft

Geschafft! Da stehe ich auf dem Gipfel des Vrenelisgärtli. 500 Kilometer und 2904 Höhenmeter liegen hinter mir. Meinen Hausberg von Meereshöhe aus zu besteigen ist Ziel und Ausgangspunkt zugleich. Im Element Luft werde ich nun in den nächsten zwei Wochen meine Heimat von oben entdecken.

Noch hängen dicke Wolkenfetzten an den Bergflanken und der Wind steht ungünstig für einen sicheren Gleitschirmflug zurück ins Tal. Ich gebe mir ein Zeitfenster von einer Stunde, verbessern sich die Verhältnisse bis dann nicht, werde ich vom benachbarten Gletscher aus in die Lüfte abheben.

Eine Stunde später hebt sich der Gleitschirm über meinen Kopf. Das Glärnischmassiv zu meiner rechten Seite, der Köntalersee tief unter mir fliege ich dem zweiten Teil meines Bergsommer Projektes entgegen.

Neue Perspektiven

Nach einem Ruhetag gehe ich bepackt mit Zelt und Gleitschirm auf eine weitere Entdeckungsreise. Mal mit beiden Füssen am Boden, dann in schwindelerregender Höhe erlebe ich meine Heimat von einer ganz anderen Seite. Ob in vertrauter Umgebung oder fernab jeglicher Wanderwege wird mir einmal mehr bewusst, dass ich selbst Baumeister meiner Abenteuer bin. Ich brauche weder die Ferne, noch unbekannte Welten. Phantasie und den Mut bekannte Pfade zu verlassen genügen, um auch vor meiner eigenen Haustüre Neues entdecken zu können.

Hike & Fly ist für mich die perfekte Symbiose zwischen den Elementen Erde und Luft. Zu Fuss einen Berg erklimmen und wie ein Adler ins Tal zurück zu fliegen hat für mich etwas Vollkommenes. Bereits beim Aufstieg überlege ich mir, an welchen Felswänden ich vorbeischweben werde, wo mich thermische Aufwinde in die Höhe tragen und wo ich für ein Biwak zwischenlanden kann.

Das unberechenbare Wetter

Doch bereits auf dem Gipfel kann dieser Plan schon komplett anders aussehen. Wechselnde Winde, aufkommende Schlechtwetterfronten oder ungeeignete Startplätze lassen mich aufmerksam der Natur horchen. Es ist die geplante Ungewissheit. Viele Faktoren lassen sich abschätzen und voraussehen, doch wachsam muss ich meine Pläne laufend anpassen.

Nicht selten kommt es vor, dass ich zu Fuss wieder ins Tal zurückwandern muss, weil ein Flug zu gefährlich wäre. So leicht und frei sich das Element Luft anfühlt, so gefährlich kann es werden, wenn ich eine Situation falsch beurteile.

So sitze ich in meinem Zelt, horche dem vorbeiziehenden Gewitter und studiere die Prognosen für den nächsten Tag. Es herrscht eine labile Wetterlage, Gewitterwolken türmen sich immer früher im Tagesverlauf auf und ein herannahendes Tiefdruckgebiet sagt intensiven Regen voraus.

Am nächsten Morgen nutze ich die letzten ruhigen Stunden vor der Schlechtwetterfront für einen gemütlichen Flug ins Tal zurück. Am Abend beginnt es zu regnen und während ich meinen Blick über die wolkenverhangenen Berge schweifen lasse, beginne ich die Planung für den dritten und letzten Teil meines Abenteuers des Projekts Bergsommer.

Thomas Oschwald

Thomas Oschwald

„Ich will ein Leben mit grossen Herausforderungen und Überraschungen!“

Reisen und Expeditionen finden in Thomas’ Leben ebenso Platz wie die Arbeit als Fotograf und Webdesigner. Sein Streben, das Unmögliche möglich zu machen, trieb ihn zu Fuss durch ganz Frankreich und tausende Kilometer auf dem SUP übers Wasser.

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