Mit dem Bike von den Victoria-Wasserfällen bis Kapstadt | #3

08.10.2014

Mit dem Bike von den Victoria-Wasserfällen bis Kapstadt | #3

Fast, aber nur fast ist Ausschlafen angesagt. Um 7 Uhr gibt es Frühstück, wie immer Müsli, Tee und Kaffee – eine Stunde später ist Abfahrt. Während wir Frühstücken, bauen unsere Guides die Zelte ab und verstauen sie schon einmal im Begleitfahrzeug, um schneller loszukommen. Dabei ist heute keine Eile.

Es ist ein Traum von Camp: Das "Felix unite" liegt ein paar Stufen über dem Fluss, hat einen elegant geschwungenen Pool, dessen Rundung der Biegung des Flusslaufes nachempfunden ist. Kleine, strohgedeckte Hüttchen mit Blick auf den Orange River. Ausserdem ein teilverglastes, rundes Restaurant und eine lauschige Bar mit Terrasse. Auf der anderen Flussseite beginnt bereits Südafrika. Ein kleines Paradies, an dem ich es noch tagelang aushalten könnte. Immerhin wäre es interessant, auch die Umgebung auszukundschaften. Doch morgen geht es weiter und daher bleibt nur der Nachmittag, um diese grandiose Naturkulisse auszukosten.

Ist die Welt nicht schön? – Tag 17

Ein langer Transfer führt uns erst an die Grenze Namibias und dann zu den berühmten Zederbergen Südafrikas. Ich lasse Namibia nur ungern hinter mir. Es hat alle Erwartungen weit übertroffen, die Kargheit, die Farben und die Naturschönheiten zählen zum Besten, was ich je gesehen habe. Ein grossartiges Land. Ein Land, das auch für einen zweiten Besuch vor allem im Norden noch viel zu bieten hat. In Südafrika ist alles anders. Zumindest optisch. Die Häuser und Geschäfte in Springbok erinnern mit ihren flachen Dächern an amerikanische Kleinstädte, und auch die Landschaft verändert sich. Die karge Vegetation weicht einem zarten, grünen Flaum und wird schliesslich zu einer sattgrünen Landschaft, in der hohe Fichten wachsen, Bäche und Flüsse die Landschaft durchziehen. Die Wiesen und sanften Hügel erinnern ein bisschen an die bayerischen Voralpen. Doch dann erreichen wir die Cederberg Wildnis. Eine spektakuläre Landschaft mit hohen Tafelbergen und sattgrünen Tälern. Ein bisschen Dolomiten, ein bisschen Grand Canyon-Style – aber auf jeden Fall einzigartig. Unser Camp liegt wildromantisch an einem Fluss. Wir sind weit oben, auf einer der Hochebenen. Eiskalt ist es nachts, kein Vergleich zu dem lauen Abend gestern in Namibia, und deshalb verschwinden alle bald in ihren Zelten.

Ich hätte gewarnt sein müssen – Tag 19

Unser Guide Tallis hat uns einerseits ein selbstbewusstes Lächeln aufs Gesicht gezaubert, als er verkündete, dass die heutige Strecke nach 75 Kilometern enden würde. Andererseits war der Aufbruch bereits um 7.30 Uhr (Frühstück im Dunklen um 6 Uhr) und die Rückkehr ins Camp wäre erst zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Irgendwie passt das alles nicht zusammen. Der Guide hetzt uns einen Pass nach oben, der neun Kilometer lang, zwölf Prozent Steigung und 500 Höhenmeter aufweist. Ich habe zeitweise Mühe, mein Frühstück bei mir zu behalten, aber irgendwie geht es dann doch. Man muss nur einfach wirklich wollen. Danach führt der Weg lange über eine weite, von virtuosen Steinformationen geprägte Hochebene. Vorläufiger Endpunkt ist ein Weinproduzent. Von hier aus startet entweder ein Abstecher zu Höhlenmalereien oder für die richtig guten Fahrer ein Single Trail. Höhlenmalereien, meint auch Lutz, findest du in Berlin unter jeder Brücke, und der Trail ist mir zu anstrengend. Die Alternative: Eine Weinprobe ganz alleine mit dem Winzer. Ich brauche keine Sekunde, um mich zu entscheiden. Am Abend werde ich ein bisschen melancholisch. Die anderen stehen ums Feuer und unterhalten sich angeregt. Ist nur mir bewusst, dass dies ein vorläufiger Endpunkt ist? Wir werden in dieser Konstellation nie wieder ums abendliche Feuer stehen und später mit den Tellern auf den Knien zu Abend essen. Ab morgen übernachten wir in Kapstadt im Guest House. Heute ist unsere letzte Nacht im Zelt und in der Wildnis. Ich habe diese so unterschiedliche und widersprüchliche Truppe in den vergangenen drei Wochen immer mehr zu schätzen gelernt. Mädels und Jungs, mit Euch könnte ich auch um die Welt radeln!

Ich freue mich schon darauf, Euch meinen Lesern in dem Buch, das nach der Tour entstehen wird, ein Stück näher zu bringen.

Viele Grüsse, euer Gerhard Kapff.

Weitere Infos und Bilder auch auf biketourafrika.wordpress.com

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