Auf den Spuren der Haute Route

22.12.2014

Auf den Spuren der Haute Route

Anfang April begebe ich mich mit Freunden aus Holland auf die Spuren eines Klassikers: der Haute Route. So lautet der Name der mehrtägigen hochalpinen Wander- und Skiroute von den Walliser Alpen im französischen Chamonix bis zum Matterhorn in der Schweiz. Skier angeschnallt und auf geht’s.

Mit einem grandiosen Blick auf den Montblanc startet die erste Etappe auf knapp 3300 Höhenmetern am Aiguille des Grands Montets. Nach etwas ruppiger Skiabfahrt hinunter zum Glacier d'Argentière geht es zu Fuss mit Steigeisen weiter. Am Col du Chardonnet angelangt, lautet das Kommando „Abseilen!“. Wollen wir doch auf die andere Seite des Gletschers kommen. Dann ein letzter Anstieg für den Tag: Auf Skiern vorbei an der Trient-Hütte, weiter über Fixseile zum Col des Ècandies. Mit einer langen Abfahrt nach Champex überqueren wir die Ziellinie. Drei Etappen an einem Tag.

Tag 2 und 3 – Sonnenuntergang par excellence und stürmischer Anstieg

Der nächste Morgen beginnt sportlich: mit einem fünfstündigen Aufstieg zur Valsorey-Hütte am Grand Combin. Mit einem herzlichen Willkommen und Weltklasse-Sonnenuntergang mit Blick auf das Montblanc-Massiv werden wir empfangen. Trotz pfeifendem Wind brechen wir am nächsten Morgen mit Steigeisen unter den Schuhen auf – rauf auf 3660 Meter. Der Sturm peitscht ins Gesicht. Rasch zum Col du Sonadon, Skier angeschnallt und Abfahrt Richtung Chanrion-Hütte. Eine grosse Portion Rösti am Abend stimmt uns versöhnlich.

Tag 4 – Sonnenbaden in luftiger Höhe

Da gestern alle aufgegessen haben, begleitet uns heute herrliches Wetter auf der langen Tour zur Pigne d'Arolla in 3790 Metern Höhe. Eine ausgiebige Rast inkl. Sonnenbad gönnen wir uns am Col de la Serpentine, bevor wir den Gipfel stürmen. Gerade noch rechtzeitig! Kurze Zeit später zieht sich der Himmel zu. Schnell runter zur Hütte unter dem Pointe des Vignettes.

Tag 5 – Durch den Nebel ans Ziel?!

Es herrscht dichter Nebel, als wir um 5 Uhr früh den Kopf aus der Tür stecken. Hilft alles nichts: Wir müssen los. Die letzte Etappe nach Zermatt über drei Scharten ist zugleich die längste. Felle in die Jacken gesteckt (damit sie schön warm bleiben) und raus in den Nebel. Karte, Kompass und GPS lotsen uns. Auf diese Weise arbeiten wir uns vor zum Col de Charmotane, wo wir auf alte Spuren stossen. Nichts wie die Felle aufziehen und weiter. Hoffnung keimt auf: Schafft die Sonne es doch noch, durch die Wolken zu kommen? Wir fahren hinunter über den nächsten Gletscher und ... der Himmel reisst auf! Wie aus dem Nichts tauchen plötzlich die Gipfel auf! Wir sind überwältigt. Doch die trüber werdende Sicht während des Anstiegs zum Col de Valpelline verhindert, dass wir das Matterhorn zu Gesicht bekommen. Trotzdem sind wir uns beim Abschnallen der Skier in Zermatt einig: Die Haute Route ist ein absolutes Highlight.

Wolfgang Schupfer

Wolfgang Schupfer

„Sich ab und zu auf sich selbst zu besinnen bringt neue Kraft und innere Stärke.“

Als Bergführer für die Alpinschule Innsbruck (ASI) verbindet Wolfi das Schöne mit dem Nützlichen. Auf hochalpinen Wanderungen zeigt er seinen Gästen die reizvolle Bergwelt der Alpen. Seine Leidenschaft: die heimatlichen Berge der Hohen Tauern.

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