Klettertour auf den Gillercombe Buttress

09.01.2015

Klettertour auf den Gillercombe Buttress

Der Herbst stand vor der Tür. Es war ein schöner Sommer in England gewesen, doch nun hatten die Bäume ihre Farbe gewechselt. Immerhin waren es noch 15 °C im Tal. Das würde man eigentlich nicht „heiß“ nennen, aber in Nordengland gilt das in jedem Fall noch als „Kurze-Hosen-Wetter“.

Eine seltene Gelegenheit

Kein Regen bedeutete auch trockene Felsen in der Höhe. Deshalb nutzten Lucy und ich die seltene Gelegenheit für eine klassische Klettertour auf den Gillercombe Buttress. Normalerweise ist das eine der nassesten Ecken Englands. Wir begannen unseren Aufstieg in Seathwaite, dem Startpunkt für Touren auf den Scafell Pike, den höchsten Berg Englands. Doch wir verließen sehr bald den Hauptweg und stiegen seitlich des Sour Milk Ghyll auf. Dieser Bach strömt den Hang in einer Reihe schöner Wasserfälle hinab und mündet 40 km weiter ins Meer.

Vom Gletschertal ins Klettervergnügen

Nach dem steilen Aufstieg erreichten wir die flache Hochebene Gillercombe. Dort war es sehr friedlich. Man hörte nur das Krächzen der Raben und das Blöken der Schafe. Das Gletschertal war mit großen Felsbrocken übersät. Zeugen der glazialen Vergangenheit. Der Gillercombe Buttress ragte stolz am Ende des Tals empor. Es war kein besonders schöner, graziler Felsen. Es war eher ein bewachsener, zerklüfteter Steinhaufen mit einer geraden Linie aus sauberem und griffigem Fels, der vom Fuß bis zum Gipfel führte. Eine klassische Kletterroute des Lake District.

Fünf Seillängen bei Regen und Wind

Ich stieg die erste Seillänge vor und verlor Lucy schnell aus den Augen, als ich um eine Ecke kletterte. Die Wand war sehr steil, aber mit guten Griffen ausgestattet. Ein sehr angenehmes Klettern. Die Route bestand aus einer Reihe von steilen Felspartien mit grasbewachsenen Vorsprüngen, auf denen man prima rasten, sein Sandwich essen und die Aussicht genießen kann. Je höher wir kletterten, desto stärker blies der Wind und es wurde merklich kühler. Mehr und mehr Kleidung holten wir aus dem Rucksack. Ich bereute es, keine lange Hose dabei zu haben. Mittlerweile pfiff der Wind stärker und die ersten Wolken rollten über die Nachbarberge herein. Es begann leicht zu regnen. Die schon recht polierten Griffe wurden durch den Regen noch glitschiger. Das machte die Route gleich um eine Grade schwieriger. Doch der Schauer ging schnell vorüber und wir erhöhten unser Tempo um nicht noch mehr Regen abzubekommen. Der Kletterführer sah für diese Route acht Seillängen vor, doch wir schafften sie in fünf Längen.

Vorbereitung ist alles

Wenn die Jahreszeiten wechseln ist es besonders wichtig, auf alle Witterungen vorbereitet zu sein. Während es im Tal noch angenehm war, wurde es weiter oben schnell viel kälter und das Wetter schlug rasch um. Es war an der Zeit, die Shorts endgültig einzupacken.

Stuart Holmes

Stuart Holmes

„Jedes neue Abenteuer zeigt dir, was noch alles möglich ist.“

Aufgewachsen in den Bergen, liebt Stuart das Klettern, Gleitschirmfliegen, Skitouring und Berglaufen. Er hat schon viel (üb)erlebt: die Ama Dablam in zwei Tagen bestiegen, einen unberührten Sechstausender bezwungen, beim Segeln dem Hurrikan getrotzt.

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