Skitour zur Nordostwand des Pizzo Tambo

29.12.2014

Skitour zur Nordostwand des Pizzo Tambo

Die Pyramide des Pizzo Tambo (3279 m) stand schon lange ganz oben auf unserer Tourenliste. Der Plan: eine Abfahrt an seiner anspruchsvollen und selten befahrenen Nordostwand. Die Herausforderung: passende Schneebedingungen und gutes Wetter (es sollte nicht zuletzt eine Plaisiertour werden). Endlich ist es soweit: Zeit für unsere Zweitagestour (inkl. Übernachtung im einsamen Suretta-Biwak).

Zum Glück sind die Klamotten leicht! Das Hauptgewicht unserer Rucksäcke stammt von Leckereien. Denn was wäre Bergsteigen ohne gutes Essen? Von Splügen (CH) aus geht’s erst mal östlich der zugeschneiten Passstrasse und vorbei an den äusseren Schwarzhörnern Richtung Italien. Den grössten Teil des Tages queren wir am Westhang, der unsere linken Beine bleiern macht. Es ist heiss: Wir wandern auf der Sonnenseite des Outdoor-Lebens.

Abkürzung Richtung Sonne

Am Surettahorn (3027 m) und seinem anspruchsvollen Nordgrat hingegen sieht es ganz anders aus: Es ist saukalt und windig. Wir buckeln die Skier und zehren von den eben gesammelten Sonnenstrahlen. Plötzlich entdecken wir eine Abfahrt in der Südwand. Sie – in keinem Führer beschrieben – ist unsere Abkürzung zum Biwak. Statt einen weiteren Gipfel zu umrunden, geniessen wir einige Sonnenstunden mit schneekaltem Bier. Doch zuvor ...

Biwak? Welches Biwak?

Das Biwak sollte südlich von Surettahorn auf 2753 m liegen. Als wir nach der Abfahrt dort ankommen, ist unser Nachtlager kaum auszumachen. Seit Dezember war niemand hier. Also: Schaufeln raus! Nach der Schneepflugaktion erleichtern wir unsere Rucksäcke um ein 4-Gänge-Menü: Tütensuppe, Pasta mit Pesto, einen Apfel, natürlich Schokolade und einen Schnaps hinterher.

Fast romantisch

So warm es tagsüber in der Sonne war, so eisig wird’s, nachdem sie sich verabschiedet hat. Eingemummelt in Schlafsäcke und weitere Klamottenschichten versinken wir im Wahnsinns-Ausblick: Der Vollmond rückt die schneeweisse Stille mit seinem Schimmer ins Rampenlicht und wir lassen uns von der Weite bis nach Venedig betören. Es ist fast ein bisschen romantisch. ;) Unsere Nacht beginnt jedoch früh und ist kurz.

Aus Sehnsucht wird Stolz

Der eigentliche Gipfel des Pizzo Tambo ist der zweite ewige Hatscher unserer Tour, aber – abgesehen von den letzten paar Metern – vollkommen harmlos. „Respekt!“ ist unser erster Gedanke beim Blick von oben in die mächtige Nordostwand. Doch die Bedingungen könnten nicht besser sein. Nordseitig hat sich der Schnee bestens gehalten. Wir sind absolut fokussiert. Die ersten Schwünge bestätigen unsere Entscheidung für die über 1 km lange Abfahrt. Wir wedeln stolz Richtung Splügen, während sich unsere Sehnsucht erfüllt. Zum Abschluss noch im eiskalten Bergbach erfrischen und dann: Heim zu unseren tollen Freundinnen ...

Olav Schmitt

Olav Schmitt

„Hauptsache draussen!“

Nicht nur in der Freizeit auf dem Rad, beim Klettern und Bouldern, beim Langlaufen oder auf Skitour, sondern auch bei der Arbeit ist Olav meist draussen: als Ausbilder, Klettertrainer und Erlebnispädagoge. Da sind die Tage am Schreibtisch der TU-München eine willkommene Abwechslung.

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