Die Landschaft erobert man mit den Schuhsohlen, nicht mit den Autoreifen

02.06.2015

Die Landschaft erobert man mit den Schuhsohlen, nicht mit den Autoreifen

„Ein Tiefdruckgebiet bringt feuchte und kalte Luft in die Schweiz. Die Schneefallgrenze sinkt im Verlauf des Tages auf unter 1000 Meter“, klang es aus dem Radio. Erste Schneeflocken tanzten vor dem Fenster. Wir mussten uns beeilen. Eine schneebedeckte Fahrbahn auf dem San Bernardino wäre das vorzeitige Aus unserer Reise in den Süden gewesen.

Zusammen mit tausend anderen Autofahrern zwängten wird uns über die Strassen Richtung Italien. Mit unserem Plan, die erste Etappe bis ins Tessin spät abends zu fahren, waren wir offenbar nicht ganz alleine. „Wieso tue ich mir das nur an?!“, schoss es mir durch den Kopf. Zu Fuss unterwegs zu sein hat definitiv seine Vorzüge, da stehe ich nicht im Stau und ich kann wann immer ich möchte überfüllte Wanderwege verlassen und spontan in neue Welten hinausschreiten.

Camping auf hoher See

In Civitavecchia angekommen ging die Reise mit der Fähre weiter nach Sardinien. Glücklicherweise tobte gerade kein Sturm auf dem Mittelmeer und so verbrachten wir eine ruhige Nacht mit Camping an Bord in unserem Bus. Weder geschüttelt noch gerührt verliessen wir das Schiff frühmorgens in Cagliari und die Entdeckungsreise entlang der Westküste Sardiniens konnte endlich losgehen.

Leere Strände und saftiges Grün

Unser erster Stopp war Punta Trettu, wo wir die ersten drei Tage mit Kitesurfen und Stand-Up-Paddeln verbrachten. Die Befürchtungen, dass über die Ostertage unzählige Urlauber die Küsten belagern würden, bestätigten sich zum Glück nicht. So genossen wir erlebnisreiche Tage ohne grosse Touristenströme. Immer dem Wind hinterher reisten wir anschliessend weiter in den Norden Sardiniens.

Nicht nur auf dem Wasser sondern auch zu Fuss hat Sardinien zu dieser Jahreszeit einiges zu bieten. Das Land erstrahlt in einem saftigen Grün, die kleinen Dörfchen erwachen allmählich aus ihrem Winterschlaf und viele Strände sind praktisch menschenleer. Die Ruhe vor dem kommenden Urlauberansturm, der sich alljährlich in den Sommermonaten über die Insel legt.

Erinnerung an Genua

Von Porto Torres aus machten wir uns auf den Nachhauseweg. Nach einer ruhigen Überfahrt kamen wir erholt in Genua an. Eine Hafenstadt, die für mich immer eine besondere Bedeutung haben wird: Letzten Sommer startete ich von hier aus mein Bergsommer-Projekt, bei dem ich zuerst von Meereshöhe aus 500 Kilometer auf meinen Hausberg wanderte und dann mit dem Gleitschirm und dem Stand-Up-Paddle-Board meine Heimat entdeckte (siehe: http://blog.jack-wolfskin.com/ch/Home/Ein-Rueckblick-auf-den-Sommer.aspx). Ein Woche brauchte ich damals zu Fuss von Genua nach Hause. Mit dem Auto dauerte die Reise gerade einmal ein paar Stunden. Doch schon der französische Schriftsteller Georges Duhamel wusste: „Die Landschaft erobert man mit den Schuhsohlen, nicht mit den Autoreifen.”

Thomas Oschwald

Thomas Oschwald

„Ich will ein Leben mit grossen Herausforderungen und Überraschungen!“

Reisen und Expeditionen finden in Thomas’ Leben ebenso Platz wie die Arbeit als Fotograf und Webdesigner. Sein Streben, das Unmögliche möglich zu machen, trieb ihn zu Fuss durch ganz Frankreich und tausende Kilometer auf dem SUP übers Wasser.

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